Das Wunder von Danang

Behinderte, Unterdrückte, Misshandelte und Flüchtlinge sind auf hilfsbereite und uneigennützige Menschen angewiesen. Ein motivierendes Beispiel aus Vietnam.

Danang ist eine Stadt im Zentrum von Vietnam. In dieser Gegend gibt es viele behinderte Jugendliche mit Spätschäden vom Krieg. Zum Glück leben in Danang auch drei katholische Ordensschwestern. Sie haben ein weites Herz für benachteiligte Menschen.

Es sind praktische Frauen. Sie packen an und bringen Licht ins Dunkel. Vor fünf Jahren haben sie von einem Programm der Christlichen Ostmission zum Aufbau von Familienbetrieben erfahren. „Das brauchen wir“, dachten Sie sich und meldeten sich an.

Schritt für Schritt lernten sie in den Seminaren, wie man selbstständig eine kleine Firma aufbaut und führt. Zu Hause haben sie sofort alles ausprobiert. Und das Resultat? In kurzer Zeit eröffneten sie eine Bäckerei und dazu ein gemütliches kleines Restaurant. Damit haben sie Ausbildungs- und Arbeitsplätze für ein paar Jugendliche geschaffen. Für besondere Jugendliche. Die meisten können nicht sprechen und hören. Aber das war noch lange nicht alles.

Kurz darauf eröffneten sie auch eine Näherei für Schuluniformen. Wieder gab es Arbeitsplätze für behinderte Menschen. Später kam ein kleiner Landwirtschaftsbetrieb dazu und sie produzierten biologisches Gemüse für die ganze Nachbarschaft. Und dann folgte eine Schreinerei, in der einfache Möbel hergestellt werden. Wieder sind neue Arbeits- und Ausbildungsplätze entstanden.

Und schon kam die nächste Idee: Malen. Behinderte sollen lernen, kunstvolle Bilder für Touristen zu malen. Auch das funktioniert. Die drei Schwestern haben die grosse Not erkannt und gehandelt. Daraus ist in den fünf Jahren ein ganzes Zentrum für 200 Behinderte entstanden. Diese werden nicht nur beschäftigt. Nein, sie erlernen ein Handwerk und können für ihren eigenen Lebensunterhalt sorgen. Das bringt Würde und Licht in ihr Leben. Das Wunder von Danang ist Wirklichkeit geworden.

Solche Wunder sind auch in der Schweiz nötig und möglich. Dazu braucht es Menschen, die nicht von Überfremdungsängsten gelähmt sind, aber mit leidenden Menschen mitfühlen und praktische Nächstenliebe pflegen.

Mario Brühlmann ist Gründer der Swiss Consulting Group SCG AG und Präsident der Christlichen Ostmission COM. 

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