Darf sich eine Organisation noch „christlich“ nennen?

Antichristliche Tendenzen können Christen in unserem Land zum Schweigen bringen., oder zum Reden. Darf eine Organisation heute noch das Wort "christlich" im Namen tragen?

Das Verdrängen christlicher Symbole und Werte in der Öffentlichkeit hat zwei Gesichter – und System. Unter dem Titel Toleranz wird von Christen Offenheit für alles gefordert. Umgekehrt schwindet diese Toleranz, wenn es um christliche Themen geht. Über Jahrhunderte haben christliche Werte unsere Gesellschaft geprägt. Viele Sozialinstitutionen sind daraus entstanden. Christliche Werte sind nicht in den Kirchen stecken geblieben. Sie manifestieren sich bis heute durch mitfühlende Gesinnung und praktische Werke. Wie kommt es, dass sich aktive Christen mehr und mehr für ihre Arbeit rechtfertigen müssen? Wie kommt es, dass christliche Symbole aus Schulhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen verschwinden müssen, dass sogar eine Weihnachtskrippe auf dem Marktplatz zum Stein des Anstosses werden kann? Das hat System.

Christen sollen – auch in der Schweiz – in Gebetshäuser eingesperrt werden. Draussen sollen sie schweigen. Aber schweigende Christen sind tot. Im Stiftungsrat der Christlichen Ostmission befassen wir uns regelmässig mit Grundsatz-Themen. Zum Beispiel mit unserem Namen. Darf man heute als Hilfswerk noch „Christliche Ostmission“ heissen? Dieser Name eckt zweifach an. Kritiker verbinden „christlich“ mit anmassend und „Mission“ mit Zwang. Der Wechsel zu einem modernen, wohlklingenden Namen würde wohl einigen Widerstand vermeiden. Genau das wollen wir nicht.

Seit der Gründung vor über 40 Jahren sind wir die Christliche Ostmission. Wir nennen uns christlich, weil Christus die verändernde Kraft in unseren Aktivitäten ist. Die Liebe Gottes offenbart sich durch Christus und durch die Werke, die wir in seinem Namen tun. Arme, einsame, hungernde, verwahrloste Menschen brauchen mehr als Lebensmittel und Kleider. Sie brauchen Würde, Sinn und Liebe. Mission bedeutet, diese Liebe mit anderen zu teilen. Wie können wir das tun, ohne auf den Ursprung hinzuweisen? Wir dürfen nicht schweigen. Es wäre lieblos und feige, diese Botschaft für uns zu behalten. In Christus ist Hoffnung, Veränderung und Liebe. Wir können diese Botschaft nicht für uns behalten. Niemals. Ohne Christus bleibt die Welt kalt und leer. Ja, wir stehen zu unserem Namen. Wir tragen ihn hinaus. Manchmal ecken wir damit an. Dann kommen wir ins Gespräch. Gespräche öffnen Türen. Offene Türen lassen Christus eintreten. Christus heilt, tröstet, baut auf, schenkt Hoffnung und echtes Leben.

Mario Brühlmann ist Buchautor, Gründer der Swiss Consulting Group SCG AG und Präsident der Christlichen Ostmission COM.